#Leuchtturmprojekt 3: Knauf Unternehmensgruppe – Gips – ein Werkstoff mit CO2-Einsparpotential

Das Knauf-Werk in Iphofen

Beitrag des Gips-Recycling zur künftigen Versorgungssicherheit

Auch heute ist Gips ein unverzichtbarer, ökologisch hochwertiger und nicht brennbarer Leicht- und Trockenbaustoff. Das Einsatzspektrum von Bauprodukten auf Gipsbasis mit einem sehr niedrigen Global Warming Potential (GWP) ist riesig und reicht vom Estrich über Gipsputze bis hin zu Gipsplatten für Wand- oder Deckensysteme im Innenausbau.

Der Bedarf an Gips wird sich auf hohem Niveau bis 2035 mit 10,7 Millionen Tonnen pro Jahr mindestens stabilisieren, wenn nicht sogar erheblich erhöhen. Lösungen für dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum sind durch die gipsbasierte Leichtbauweise ohne Neuversiegelung und hohe Grundstückskosten insbesondere in größeren Städten möglich.

Neben dem bergmännisch gewonnenen Naturgips vor allem in oberirdischen Steinbrüchen spielen insbesondere synthetische Gipse, die als Nebenprodukte in unterschiedlichen industriellen Prozessen anfallen, eine wichtige Rolle. Dazu gehört mit weitem Abstand an erster Stelle REA-Gips aus der Entschwefelung von Kohlekraftwerken (REA = Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen). Dieser Nutzung als „sekundärer Rohstoff“ ist zu verdanken, dass seit nahezu 40 Jahren mehr als 50 Millionen Tonnen REA-Gips als wertvoller Rohstoff verwertet wurden und nicht als Abfall auf Deponien beseitigt werden musste.

Um die sich bereits jetzt entwickelnde „REA-Gips-Lücke“ aufgrund des Kohleausstiegs zumindest teilweise zu schließen, bietet sich die Herstellung und Verwendung von recyceltem Gips (RC-Gips) an. Europäische und deutsche umweltrechtliche Vorgaben räumen dem Recycling einen immer höheren Vorrang vor sonstigen Verwertungsmöglichkeiten oder der Beseitigung auf Deponien ein. Damit sollen abfallwirtschaftliche Kreisläufe geschlossen und die Verwendung von Primärrohstoffen reduziert werden.

Die deutsche Gipsindustrie hat unter Federführung von Knauf bereits 2012 ein Gipsrecycling-Konzept veröffentlicht, um die technischen und rechtlichen Voraussetzungen für das Recycling von Verschnittmaterial und Gipsabfällen zu schaffen. Insbesondere muss hierfür nun die notwendige Rechtssicherheit für den Einsatz von Recycling-Gips hergestellt werden. Auch wenn RC-Gips aufgrund der anfallenden Mengen nicht die alleinige Lösung darstellt und zukünftig eine Steigerung der heimischen Naturgipsgewinnung notwendig ist, so kann das Recycling doch einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Gips